Wie Startups Venture Capital in einer virtuellen Welt aufnehmen können

Die Euphorie, in vielversprechende Startups zu investieren, scheint zurückgekehrt. Noch nicht zurückgekehrt ist aber unsere gewohnte Normalität. Und damit stellt sich die Frage: Wie können Startups in einer virtuellen Welt Venture Capital aufnehmen und worauf sollten sie dabei besonders achten?

Seline von BergenBy Seline von Bergen24. Februar 2021In Fundraising

Die Startup-Szene musste in den vergangenen Monaten einiges einstecken. Nichtsdestotrotz erhielten Schweizer Startups im Jahr 2020 laut dem Bericht von Startupticker: swiss venture capital report rund 2.124 Millionen Schweizer Franken von Venture Capital-Investoren – nur rund 7% weniger, als im Vorjahr in Startups investiert wurde. In diesem Bereich schlug die Krise also weniger hart zu, als ursprünglich vermutet.

Die Geldbeschaffung für Startups war im Jahr 2020 schwieriger als je zuvor

Grundsätzlich kam der Digitalisierungs-Schub somit – je nach Branche – den Startups sogar zugute. Innerhalb kürzester Zeit wurde praktisch alles in die virtuelle Welt verlagert und geografische Nähe spielte plötzlich keine Rolle mehr. Theoretisch eröffnete dies auch neue Möglichkeiten auf der Suche nach dem passenden Investment und hungrigen Investor*innen. Trotzdem blieb aber gerade die Geldbeschaffung für junge Unternehmen schwierig – warum?

Ein Venture Capitalist und andere Investor*innen müssen das Risiko eines Investments dahingehend prüfen, ob eine wahrscheinliche Chance besteht, den erwünschten ROI erzielen zu können. Um dies beurteilen zu können, ist es wichtig, dass die VCs die Gründer*innen, welche das Unternehmen und das Kerngeschäft entwickeln und vorwärtstreiben, kennenlernen.

In einer virtuellen Umgebung ist dies natürlich schwieriger. Treffen wir Menschen von Angesicht zu Angesicht, bauen wir schneller und bessere Beziehungen zu ihnen auf. Wir können ihnen in die Augen schauen und ein Gefühl dafür bekommen, wer sie sind und was sie antreibt.

Die Corona-Krise und der damit einhergehende Mangel an persönlichen Erlebnissen erschwerten einen solchen Beziehungsaufbau enorm. Startups, die über ein breites und solides Pre-Covid-Netzwerk verfügen, haben also auch in einer Zeit voller Online-Pitch-Meetings einen entscheidenden Vorteil.

Venture Capitalist und andere Investor*innen müssen das Risiko eines Investments dahingehend prüfen, ob eine wahrscheinliche Chance besteht, den erwünschten ROI erzielen zu können

Empfehlungen werden für Startups zunehmend wichtiger

Persönliche Empfehlungen von Drittpersonen, -parteien oder Institutionen, welche die Glaubwürdigkeit von Gründer*innen und das Vertrauen in ihre Startups stärken, sind aktuell wichtiger denn je.

Es sind demnach nicht die Zoommeetings, die schlussendlich den wirklichen Ausschlag geben, sondern die Empfehlungen von vertrauenswürdigen Drittpersonen. Um die richtigen Kontakte knüpfen zu können, braucht es aber auch die Meetings.

Tipps und Tricks für die Kapitalbeschaffung in einer virtuellen Welt

Auch wenn es einige Startups benachteiligt, ist es wahrscheinlich, dass in Zukunft ein Hybridmodell aus persönlichen Treffen und virtuellen Meetings zur neuen Normalität werden dürfte. Die virtuelle Alternative bietet mit ihrer einfacheren und schnelleren (und damit günstigeren!) Ausführung viele Vorteile für Venture Capitalists und Investor*innen.

Gründer*innen von innovativen Startups müssen sich also der neuen Normalität anpassen: Sie müssen sich einem Kontakt-Beschleuniger anschliessen und kreative Wege – um erfolgreiches Networking betreiben und das Vertrauen der Anleger kräftigen zu können – finden. Auf einige Punkte sollte dabei besonders geachtet werden:

  • Erweiterte Metriken: Die Nachteile, welche der virtuelle Überprüfungsprozess mit sich bringt, müssen irgendwie ausgeglichen werden. Die VCs und Investor*innen zeigen sich vorsichtiger und erwarten insgesamt ein höheres Niveau. Dementsprechend verlangen sie nach tiefergreifenden und realistischen Zahlen und Fakten und einem höheren Standard bezüglich Pilotversuchen. Startups müssen sich also gut überlegen, was sie den Investor*innen präsentieren.
  • Erhöhtes Augenmerk auf die Organisation: In persönlichen Treffen können wir – beispielsweise durch Sympathie und Begeisterungsfähigkeit – bis zu einem gewissen Mass geschickt überspielen, wenn wir in dem einen oder anderen Punkt weniger vorbereitet oder nicht ganz sicher sind. In virtuellen Meetings ist das schon schwieriger – hier zählen Zahlen und Fakten und es braucht deutlich mehr, um die Aufmerksamkeit und das Interesse der Investor*innen und VCs halten zu können. Gründer*innen müssen somit einen top organisierten Auftritt innerhalb kürzester Zeit hinlegen.
  • Storytelling on point: Wie bereits erwähnt, ist es virtuell deutlich schwieriger, mit Menschen zu «connecten». Startups sollten also direkt kommunizieren und dabei geschickt ihr Storytelling einfliessen lassen. Gespräche über Anekdoten, welche eine persönliche Verbindung zulassen, kommen in virtuellen Gesprächen nicht so einfach oder organisch zustande. Das Ziel ist es, Punkte zu vermitteln, welche für das Unternehmen wichtig sind und die dem Venture Capitalist oder der Investorin den Zugang zum Startup und dessen Geschäftsstil leichter und angenehmer macht.

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Alles in allem bietet die Kapitalbeschaffung über virtuelle Kanäle durchaus einige Vorteile. Gründer*innen von Startups können die Meetings effizienter durchführen und ein breiteres Netzwerk aufbauen. VCs und Investor*innen freunden sich mit dem Gedanken an, in Startups zu investieren, welche sie nicht unbedingt in ihrem direkten Umkreis und Ökosystem gefunden hätten. Mit der Zeit wird dieser Übergang hoffentlich zu einem freieren Kapitalfluss führen, der weniger geografisch konzentriert ist.

Für Gründer*innen eröffnen sich also neue Chancen, welche es zu nutzen gilt. Wir wissen: Fundraising für Startups ist nicht einfach. Damit unser Startup-Ecosystem lebt, haben wir es uns also zur Mission gemacht, auserwählte und ehrgeizige Gründer*innen von Tech-Startups zum Fundraising Pro zu machen!

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